Exkursionen - Arbeitsgemeinschaft Natur Stäfa

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2018 Exkursionen

Bericht über die gemeinsame Exkursion
NVMU und AGN Stäfa
ins Neeracherried am
8. September 2018

Bei schönstem Wetter führte uns Exkursionsleiter Amadeus Morell in Geschichte und Ornithologie des Neeracherrieds ein. Um einen guten Überblick über das Gebiet zu erhalten, spazierte die Gruppe von 20 Personen zuerst auf eine Anhöhe. Hier führte uns Amadeus in die Entstehungsgeschichte des Gebiet ein. Anhand von Folien zeigte er eindrücklich, wie das ursprünglich riesige Feuchtgebiet auf die heutige, stark reduzierte Grösse zurückging. Trotzdem ist es immer noch eines der grössten Moore im Schweizer Mittelland. Es wird geprägt durch kleinere Wasser- und Schlickflächen, den grossen See mit Schilfgürtel und weitläufige Flachmoore, die teilweise mit Hochlandrindern beweidet werden, um offenen Boden für Vögel zu schaffen.

Bereits auf dem Weg ins Naturzentrum wurden Braunkehlchen, Neutöter, Schafstelze und Baumfalke gesichtet. Grosses Interesse weckten auch die vielen Zebraspinnen in ihren mit Zickzackmuster versehenen Netzen am Rand einer Buntbrache.

Im Naturzentrum Neeracherried, das von BirdLife Schweiz betrieben wird, konnten dann aus zwei Hides Limikolen wie Kiebitze, Bekassinen, Grünschenkel, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer und sogar Kampfläufer beobachtet werden. Ausserdem wurden zahlreiche Graureiher, ein Silberreiher, Schnatter- und Krickenten sowie Wasser- und Teichrallen gesichtet.

Anschliessend konnte noch die Ausstellung im Zentrum besichtigt werden.

Eine gelungene Exkursion mit vielen tollen Informationen. Amadeus Morell und dem ganzen Natur- und Vogelschutzverein Männedorf-Uetikon-Oetwil am See ein herzliches Dankeschön für die perfekte Organisation!
Bericht über die Storchenexkursion am Lützelsee vom 16. Juni 2018

Bei schönstem Wetter fanden sich bei der Post Hombrechtikon 30 Personen ein, die sich auf die Exkursion mit Max Zumbühl, Vorstand des Ornithologischen Vereins Hombrechtikon und langjährigen Storchenbetreuer, freuten. Bevor die Graureiherkolonie auf der Bochslenhöhe mit Fernrohr und Feldstechern beobachtet wurde, bekamen die Teilnehmenden noch eindrücklichen Geologieunterricht. Max Zumbühl erläuterte nämlich, dass wir hier in Hombrechtikon auf Appenzellergranit und Hombrechtiker Kalk leben, was doch sehr aussergewöhnlich ist. Der "Appenzellergranit", der eigentlich kein Granit (also ein Tiefengestein), sondern ein Kalk-Nagelfluh ist, deutet auf ein geologisches Grossereignis hin. Es wird vermutet, dass vor 12 - 17 Mio. Jahren ein riesiger Murgang innerhalb sehr kurzer Zeit riesige Massen Geröll und Schlamm aus den Alpentälern in die Ebene bis nach Hombrechtikon brachte. . Man erkennt das schnelle Ereignis  an den eingeschlossenen eckigen Steinchen, die nicht durch den langsamen Transport über Flüsse abgerundet werden konnten. Max Zumbühl brachte ein Stück dieses speziellen Sediments zum Anschauen mit.

Seit gestern wissen wir auch, um was es sich beim gelblich-rötlichen Stein handelt, der bei Bau- und Gartenarbeiten rund um den Lützelsee allenthalben zum Vorschein kommt: Es ist der Hombrechtiker Kalk, der erstmals 1966 erwähnt und erst 1999 in einem Geologischen Bericht abgehandelt wurde. Er wurde in der Oberen Süsswassermolasse vor Ort als Kalkablagerung im Meer gebildet, Diese Kalkschicht kommt hier in dieser Gegend an manchen Orten bis ganz an die Oberfläche. Auch von diesem Gestein hatte Max einen Brocken dabei.

Nach dieser höchst spannend vorgetragenen Einführung in die geologischen Verhältnisse des Lützelseegebiets, wanderte die Gruppe in den Weiler Hasel, wo in der Besenbeiz Max Zumbühls eigentlicher Vortrag über die Storchenkolonie am Lützelsee begann, vorgetragen mit Herzblut, echtem Engagement und viel Anschauungsmaterial. Er erzählte, wie er 1968 von Max Blösch, dem ersten Ansiedler von Störchen in der Schweiz, angefragt wurde, ob er wie in Altreu hier am Lützelsee, wo in den Riedwiesen genügend Futter für Störche vorhanden sein würde, mithelfen möchte, den Adebar anzusiedeln und wie im ersten Jahr, 1987, bereits drei Bruten erfolgten. Wie eines der ersten Männchen, ein "blöder Cheib",  mit seinem dominanten Verhalten die zwei weiteren Männchen am Brüten hinderte und wie dann ein dritter Storch 20 Jahre brütete. Die ersten paar Jahre lebten die Störche mit gestutzten Flügeln in Gehegen hinter der Scheune der Familie Eberhard. Die Störche mussten zweimal am Tag gefüttert werden, sommers und winters, was nur mit einem riesigen Einsatz einer Gruppe von OV-Mitgliedern möglich war. Seit vielen Jahren werden die Störche nun nicht mehr gefüttert und ein Grossteil der Vögel zieht im Winter ans Mittelmeer oder nach Afrika und kommt jeden Frühling wieder an den Lützelsee zurück. In diesem Jahr sitzen 37 Junge in den Nestern, was ein neuer Rekord ist, und dank dem guten Wetter dürfte die Mehrzahl flügge werden. Bevor sie allerdings losfliegen dürfen, werden sämtliche Jungvögel- auch diejenigen in Oetwil und am Greifensee - durch Max Zumbühl beringt.

Mittlerweile gibt es in der ganzen Schweiz wieder rund 500 brütende Storchenpaare Eine echte Erfolgsgeschichte, auch hier am Lützelsee, gleich vor unserer Haustüre- ganz in unserer Nähe!

Wir danken Max Zumbühl ganz herzlich für seine spannenden Ausführungen und werden uns mit einem Beitrag an den OV Hombrechtikon erkenntlich zeigen.
 
Claudia Bachmann
Vorstandsmitglied, AGN Stäfa
 
Aktualisiert: 07.11.18
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Aktualisiert: 07.11.18
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